Wikimedia Deutschland e.V.

Jeder Internet-Besucher kennt das Online-Lexikon Wikipedia. Aber nur wenige wissen, dass hinter dieser überaus populären Informationsquelle ein Verein steht: Wikimedia Deutschland e.V.

Ziel des Vereins ist die Förderung Freien Wissens“. Leuchtturmprojekt ist natürlich Wikipedia. Jeder kann bei dieser Enzyklopädie mitmachen, und die erstellten Artikel sind frei verfügbar. Das erklärte Ziel will man vor allem durch das Sammeln von Spenden und Öffentlichkeitsarbeit erreichen, um die Projekte von Wikimedia zu fördern und bekannter zu machen. Auch Server, die für alle Wiki-Projekte zum Einsatz kommen, werden durch die gesammelten Spenden finanziert. Außerdem organisiert der Verein Veranstaltungen, etwa die Wikiconvention, auf der sich Autoren und Engagierte austauschen können. Weitere Tätigkeiten: Herausgeber einer vierteljährlich erscheinenden Vereinszeitung, Beschaffung von Literatur für die Autoren etc.

 

Der gemeinnützige Verein wurde 2004 von mehreren aktiven Wikipedia-Autoren gegründet. Heute verfügt er über 1.150 Mitglieder, der Sitz befindet sich in Berlin. Ein ehrenamtlicher Vorstand leitet den Verein. Dieser deutsche Abkömmmling ist einer von insgesamt 30 Ländervereinen, die sich in der Nachfolge der ursprünglichen „Wikimedia Foundation“ gegründet haben. Diese Organisation ist in San Francisco, USA, beheimatet. Wikimedia Deutschland und die anderen sogenannten „Chapter“ können als Fördervereine der Foundation angesehen werden.

Wer will, kann den Verein durch Spenden oder eine Mitgliedschaft unterstützen. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 24 Euro pro Jahr. Die große Bekanntheit und Beliebtheit der „Marke“ Wikipedia machen die Spendenaufrufe der Wikimedia Foundation zu überaus erfolgreichen Aktionen: 2 Millionen Euro Spenden kamen beim letzten Mal alleine in Deutschland zusammen.

 

Alle Projekte finanzieren sich einzig aus Spenden und sind Ergebnis freiwilliger Mitarbeit, daher ist auf den Seiten auch keine Werbung zu finden. Wikipedia existiert jetzt bereits seit 2001 und verfügt heute (in der deutschen Version) über mehr als 1,2 Millionen Artikel. Weitere Projekte sind z.B. Wikimedia Commons, ein Medienarchiv mit Fotos, Audio- und Videodateien etc., Wiktionary, ein mehrsprachiges Wörterbuch, oder Wikibooks, eine freie Bibliothek mit Lehrmaterialien. Außerdem gibt es noch Wikinews, Wikiquote, Wikiversity und Wikisource.

Wikipedia soll nun sogar Weltkulturerbe werden. Diese Initiative hat eine große Kontroverse darüber ausgelöst, ob dies eine angemessene Einstufung für eine Website ist. Anders gefragt: Ist Wikipedia nur eine Website, die Lexikon-Artikel bietet oder vielleicht mehr? Kann ein Kulturerbe digital sein?

 

Natürlich gibt es auch Kritik an dem Verein und den Projekten: Da bei Wikipedia jeder mitmachen kann, stellt sich die Frage nach der Qualität der Texte. Diese Schwäche ist aber auch eine Stärke: Fehler können durch das Kollektiv schnell gefunden und verbessert werden. Wie bei jedem Verein gilt auch hier: Menschen müssen sich einbringen, sonst läuft gar nichts. Allerdings muss man natürlich nicht Mitglied des Vereins sein, um als Autor in Erscheinung treten zu können.

Der Verein ist in letzter Zeit außerdem wegen der Debatte um die Relevanz von Artikeln in die Kritik geraten. Einigen Nutzern und Autoren wurden zu viele Artikel als irrelevant eingestuft und gelöscht. Auch einige Unklarheiten über die tatsächliche Verwendung der Spenden sorgte für Unmut. Häufige Missverständnisse (und daraus resultierend rechtliche Auseinandersetzungen) entstehen aus der Tatsache, dass der Verein nicht für die Inhalte auf Wikipedia verantwortlich ist (auch im rechtlichen Sinne nicht).

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