Wie komme ich mit meinem Verein in die Zeitung?

Viele Vereine kämpfen mit Nachwuchsproblemen. Umso wichtiger ist es, sich bekannt zu machen.

Regelmäßige Pressearbeit ist nicht nur für Unternehmen ein Thema, sondern auch für Vereine – egal aus welchem Bereich. Um das Interesse der Medien zu wecken ist es wichtig, Themen anzubieten, die die Öffentlichkeit, sprich den Leser oder Zuschauer, interessieren. Das können Veranstaltungen sein wie ein Tag der offenen Tür, ein neues Vereinsheim, das 100-jährige Jubiläum aber auch Stellungnahmen zu gerade öffentlich diskutierten Themen. Natürlich wird es nicht jede Aktion auch in die große regionale Tageszeitung schaffen, aber wer kontinuierlich mit den richtigen Journalisten spricht und gute Geschichten zu bieten hat, wird irgendwann zum Erfolg kommen. Also nur Mut!

 

Wer hat den Hut auf?

Pressearbeit und der Kontakt mit Journalisten sind kein Hexenwerk. Was man für diesen Job allerdings mitbringen sollte, ist Spaß an Kommunikation und ein offenes Naturell. Wer also auf Menschen zugehen kann, sich traut, fremde Leute offen anzusprechen und gern Texte schreibt, der erfüllt schon mal die Grundvoraussetzungen.

Wichtig ist hierbei auch die Frage, was man mit der Pressearbeit eigentlich erreichen will. Wenn es primär darum geht, Jugendliche als neue Mitglieder zu akquirieren, sollte man vielleicht den Jugendwart als Pressesprecher einsetzen und nicht unbedingt den 80-jährigen Schriftführer. Am allerwichtigsten ist aber, dass man mit Herzblut und Spaß bei der Sache ist, denn das will man ja schließlich auch rüberbringen.

 

Der Medienverteiler

Als erstes gilt es, herauszufinden, welche Medien es überhaupt gibt in der Region. Die großen Tageszeitungen, Radiosender und Regional- TV dürften ja bekannt sein. Ansprechpartner für die unterschiedlichen Ressorts findet man im Impressum oder auf der Internetseite. Auf den Websites der Städte und Kommunen gibt es oft eine Aufstellung der lokalen Medien. Achtung: lokale Stadtteil und Anzeigenblätter nicht vergessen, denn da hat man bessere Chancen auf eine Veröffentlichung als bei den Großen. Und vielleicht hat ja eins Eurer Mitglieder Kontakte in die Redaktion?

Dann wird ein Verteiler erstellt mit den zuständigen Ansprechpartnern in den Redaktionen. Man sollte unbedingt versuchen, personalisierte E-Mail-Adressen und Telefondurchwahlen zu recherchieren. Info@-Adressen funktionieren erfahrungsgemäß relativ schlecht und bei den Zentralnummern großer Verlage wird man oft abgewimmelt mit der Ansage: „Bei Interesse werden die Kollegen sich bei Ihnen melden.“

 

Wer erfolgreiche Medienarbeit  starten will, sollte sich überlegen, mit welchen Themen man die Journalisten beglückt.

Nicht jedes Vereinsthema fällt auf fruchtbaren Boden bei den Medien. Klassiker sind: Tag der offenen Tür, 100-jähriges Jubiläum, 1.000stes Vereinsmitglied. Aber damit ist die PR-Klaviatur noch nicht am Ende. Vor der Themenfindung sollte man sich überlegen, was man erreichen will: Geht es um die Rekrutierung neuer Mitglieder, sollte man sich überlegen, für wen man den Verein interessant darstellen will. Soll der Verein für junge Leute attraktiv wirken, muss ein passendes Event her – keine steife 50 Jahre Mitgliedschaft-Veranstaltung. Weitere interessante Themen für die Medien könnten Sommerfeste, Interviews mit erfolgreichen Vereinsmitgliedern, aber auch politisch motivierte Aktionen sein.

 

Tag der offenen Tür

Ein Tag der offenen Tür kann ein guter Aufhänger für eine Medienveranstaltung sein. Einige Wochen vor dem Event werden die regionalen Medien per Mail, Post, Fax, Twitter informiert und eingeladen. Welchen Kanal man wählt, hängt ganz von der Art der Medien ab, die man erreichen will. Per E-Mail funktioniert in der Regel schnell, gut und fast kostenlos, Faxe landen zumindest nicht im Spam-Filter, eine Einladung per Post hat auch Stil.

 

Zeitlicher Ablauf

  • Sechs Wochen vorher: Groben Ablauf der Veranstaltung planen, Presseverteiler und Einladungsliste erstellen.
  • Drei Wochen vorher: Einladung und Rückantwort an die Presse verschicken.
  • Eine Woche vorher: Einen Fotografen für ein bis zwei Stunden engagieren. Redaktionen anrufen, die sich nicht gemeldet haben und versuchen, sie zu überreden.
  • Tag der Veranstaltung: Fotograf macht Fotos von Gästen, Aktionen. Die Pressevertreter sollten bevorzugt behandelt werden, jeder sollte mittels Abgabe einer Visitenkarte registriert werden. Bei der Registrierung die Pressemappe überreichen (mehr dazu in den folgenden Ausgaben).
  • Während der Veranstaltung: Fotos sichten, Nachbericht verfassen. Diese Presseinfo mit Foto geht an alle Journalisten die da waren, mit kurzem Dank fürs Kommen und an alle, die nicht anwesend waren.

 

Autor: Thomas Reinecke, PR-Dozent und geschäftsführender Gesellschafter der PR-Agentur Dederichs Reinecke &Partner, www.dr-p.de.