Vorsicht bei Spendenquittungen für Arbeitsleistung

Spendenbescheinigungen (Zuwendungsbestätigungen) können gemeinnützige Vereine nur für Geld oder Sachspenden ausstellen!

Es müssen also Geldmittel oder materielle Gegenstände gespendet worden sein.Leistungen und überlassene Gegenstände oder Räumlichkeiten können nicht als Spende behandelt werden, weil dem Spender dabei kein finanzieller Aufwand entsteht. Beispiele dafür sind unentgeltliche Arbeitsleistungen, die Nutzung des privaten Pkw für Vereinsfahrten, die kostenlose Überlassung von Räumen oder Geräten oder die Gewährung eines zinslosen Darlehens.

Anders sieht es aus, wenn der Spender eigentlich einen Zahlungsanspruch hatte, aber darauf zugunsten des Vereins verzichtet. Der Zahlungsverzicht kann dann so behandelt werden, als wäre die Zahlung erfolgt und das Geld zurückgespendet worden. Es handelt sich hier nicht um eine Spende des Aufwands, sondern um eine Geldspende, bei der entbehrlich ist, dass Geld zwischen dem Zuwendungsempfänger und dem Spender tatsächlich hin- und herfließt.

Weil diese so genannten Aufwandsspenden leicht missbraucht werden können

– etwa in Form bloßer Gefälligkeitsbescheinigungen

– haben die Finanzämter ein genaues Auge darauf.

Bei groben Fehlern oder vorsätzlich falsch ausgestellten Bescheinigungen haftet der Verein mit 30 Prozent des Spendenbetrags. Bei systematischem Missbrauch kann auch die Gemeinnützigkeit entzogen werden.

 

Voraussetzungen für Aufwandsspenden

Wegen der Missbrauchsmöglichkeiten gibt es eine Reihe von Anforderungen an Aufwandsspenden:

 

1.) Es muss ein Rechtsanspruch auf Zahlung bestehen

Der Anspruch auf die Vergütung der entsprechenden Leistung muss vorab geklärt sein. Das kann geschehen durch:

• Satzung oder Geschäftsordnung

• schriftliche Vereinbarung (zum Beispiel Arbeits- oder Mietvertrag)

• Vorstandsbeschluss

• den Nachweis, dass in vergleichbaren Fällen tatsächlich bereits

  Kostenersatzgeleistet worden ist

Der Vergütungsanspruch darf dabei nicht in Widerspruch zu Satzung und Vereinsordnungen stehen – etwa wenn Vergütungen bezahlt werden, obwohl die Satzung Ehrenamtlichkeit vorschreibt oder ein höheres Kilometergeld gezahlt wird, als die Reisekostenordnung vorsieht. Erbringt ein Mitglied Arbeitsleistungen freiwillig oder aufgrund einer satzungsmäßigen Verpflichtung, ist die Arbeitsleistung keine Spende.

 

2.) Es darf kein Vorabverzicht erfolgen

Der Zahlungsanspruch mussernsthaft eingeräumt worden sein. Es darf nicht schon vorab verzichtet worden sein.

Beispiel: Bei der Vermietung eines Probenraums an einen Musikverein wird im Mietvertrag vereinbart, dass die Miete nur zur Hälfte bezahlt werden muss und der Vermieter für den Restbetrag eine Spendenquittung bekommt. Der Verein darf in diesem Fall keine Spendenbescheinigung ausstellen!

Das Problem dabei ist also, dass der Zahlungsempfänger bis zuletzt entscheiden kann ob er auf die Zahlung besteht oder zugunsten einer Spendenquittung verzichtet. Ein Problem sind vor allem massenhafte Zahlungsansprüche, die der Verein gar nicht erfüllen könnte, wenn die Mitglieder nicht überwiegend darauf verzichten. Die Finanzämter unterstellen hier, dass der Zahlungsanspruch gar nicht ernsthaft gewährt wurde und verweigern den Spendenabzug.

 

3.) Die Höhe der Zahlung muss angemessen sein

Das Gemeinnützigkeitsrecht verbietet überhöhte Vergütungen. Das gilt auch bei Aufwandsspenden. Entscheidendes Kriterium für die Frage der Angemessenheit ist der Fremdvergleich. Das bedeutet, die vereinbarten Vergütungssätze müssen in der Region üblich sein. Ein unangemessen hoher Vergütungsanspruch kann zum Verlust der Gemeinnützigkeit des Vereins führen. Beim Verzicht auf Arbeitslohn sollte deshalb ein Stundennachweis geführt werden, wenn nicht schon per Vertrag eine bestimmte Stundenzahl vereinbart wurde.

 

4.) Der Verzicht muss zeitnah erfolgen

Der Verzicht auf die Zahlung muss in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Fälligkeit der Zahlung stehen. Als Spendenzeitpunkt gilt der Zeitpunkt des Verzichts; er wird als Datum auf der Spendenquittung eingetragen.

 

Wann sind Aufwandsspenden sinnvoll?

Von den Spendern, die an einer Spendenbescheinigung interessiert sind, die zum

Steuerabzug berechtigt, wird oft verkannt, dass eine Aufwandsspende meist zu keiner Steuerersparnis führt. Es gilt: Keine Spende ohne Vermögensabfluss muss! Wird auf Zahlungen verzichtet, die beim Spender steuerpflichtig sind, muss der Spender die Einkünfte versteuern, obwohl er auf die Auszahlung verzichtet. Aufwandsspenden von Unternehmern sind unentgeltliche Wertabgaben, die wie Umsatzerlöse behandelt werden müssen. Der Spendenabzug kompensiert nur die verbuchte Einnahme – steuerlich ein Nullsummenspiel.

Aufwandsspenden führen also nur dort zu einer Steuerersparnis, wo auf steuerfreie Einnahmen verzichtet wird. Das sind vor allem:

• Ehrenamtspauschale

• Übungsleiterfreibetrag

• Fahrtkostenerstattung bei Nutzung des privaten Pkw (30 Cent pro Kilometer)

• pauschaler Ersatz von Reisekosten, vor allem Verpflegungsmehraufwendungen

(Bei Spendenquittungen besser zweimal nachrechnen 24 Euro pro Tag)