Vereinsauflösung

Entscheiden sich die Mitglieder eines Vereins dazu, den Verein aufzulösen, sollte beachtet werden, dass eine Auflösung rechtlich gesehen mehr als nur die Einstellung des Vereinslebens ist.

Neben der „Selbst-Auflösung“ gibt es noch andere Gründe für das Ende eines Verein. Manchmal sieht die Satzung einen bestimmten Zeitpunkt oder ein Ereignis als definiertes Ende von Anfang an vor. Auch wenn keine Mitglieder mehr vorhanden sind, hört ein Verein automatisch auf zu existieren. Ebenso wenn ein Verein mit einem anderen verschmilzt. Bei einem Verbot oder einem Insolvenzverfahren hat ein Verein ebenfalls keine Zukunft. Außerdem kann einem Verein die Rechtsfähigkeit aus verschiedenen Gründen entzogen werden, z.B. wenn er weniger als drei Mitglieder hat.

Der erste Schritt ist der Beschluss zur Auflösung. Dieser wird normalerweise von der Mitgliederversammlung gefasst, wobei eine Dreiviertel-Mehrheit nötig ist, wenn die Satzung keine andere Regelung vorsieht. Die Abstimmung muss ein angekündigter Tagesordnungspunkt sein, andernfalls ist sie nicht gültig. Diese Entscheidung muss im Folgenden öffentlich gemacht werden und sowohl dem Registergericht als auch dem Finanzamt gemeldet werden.

Im zweiten Schritt wird das Liquidationsverfahren eingeleitet und durchgeführt. Das bedeutet, dass der Verein – und damit sein Vermögen – abgewickelt wird. Dies ist nur nötig, wenn die Satzung einen bestimmten Begünstigten vorsieht. Tut sie das nicht, erhält der Fiskus das Geld. Die von der Mitgliederversammlung bestellten Liquidatoren (meist ist das der Vorstand), haben folgende Aufgaben zu erledigen: Sie müssen die Geschäft des Vereins zu Ende führen, alle Forderungen einziehen und die Gläubiger bedienen. Zuletzt müssen alle Mittel des Vereins zu Geld gemacht werden, das verbleibende Vermögen geht dann an den „Anfallsberechtigten“, allerdings erst nach einem sogenannten Sperrjahr.

Danach muss als letzter Schritt nur noch das Ende des Liquidationsverfahren ins Register eingetragen werden. Damit ist die Vereinsauflösung vollendet, sie dauert bei normalen Verlauf also zwischen ein und zwei Jahren.