Umsatzsteuer

Die Einnahmen eines gemeinnützigen Vereins unterliegen der Umsatzsteuer, soweit sie daraus resultieren, dass der Verein „Lieferungen oder sonstige Leistungen gegen Entgelt im Rahmen ihres Unternehmens“ (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG) ausgeführt hat. Das ist der Fall bei den Einnahmen im Bereich der Vermögensverwaltung, der Zweckbetriebe und der steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe. Die Einnahmen im ideellen Bereich (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüsse) unterliegen nicht der Umsatzsteuer, soweit sie dem Verein ohne unmittelbare Gegenleistung zufließen.

Die Umsatzsteuer beträgt im Regelfall 19 % des erhobenen Entgelts.  Für Vereine mit geringen Umsätzen gibt es folgende Erleichterungen:

  •  Wahlrecht hinsichtlich Umsatzbesteuerung. Bis zu einem steuerpflichtigen Umsatz von € 17.500,00 ,-(einschließlich Umsatzsteuer) im Vorjahr kann mit fünfjähriger Bindungswirkung auf die Umsatzbesteuerung verzichtet werden, sofern der Umsatz im laufenden Jahr nicht mehr als € 50.000,00 beträgt. Das Wahlrecht besteht bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung (§ 19 Abs. 2 UStG).

 

  • Wahlrecht der Vorsteuerpauschalierung. Nicht buchführungspflichtige gemeinnützige Körperschaften können die abziehbaren Vorsteuerbeträge anstelle einer Einzelermittlung pauschal mit einem Durchschnittssatz in Höhe von 7 % des steuerpflichtigen Umsatzes ermitteln, sofern der Vorjahresumsatz €  35.000,00 nicht überschritten hat (§ 23 a UStG).

Der Verein kann von der vereinnahmten Umsatzsteuer die ihm in Rechnung gestellten Umsatzsteuerbeträge als Vorsteuer abziehen, soweit sie den unternehmerischen Bereich betreffen. Der Vorsteuerabzug ist nicht möglich, soweit die Vorsteuer auf den nichtunternehmerischen Bereich entfällt oder im Zusammenhang mit steuerfreien Umsätzen steht. In bestimmten Fällen ist ein Verzicht auf die Steuerbefreiung möglich, um den Vorsteuerabzug geltend machen zu können (§ 9 UStG).

 

1. Umsatzsteuerbefreiungen

Aus sozialen Gründen oder um eine steuerliche Doppelbelastung zu vermeiden, sind verschiedene steuerbare Umsätze von der Umsatzsteuer befreit. Im gemeinnützigen Bereich sind vor allem folgende Umsatzsteuerbefreiungen von Bedeutung:

  • Veräußerung von Grundstücken (§ 4 Nr. 9 a UStG),
  • Vermietung und Verpachtung von Grundstücken und Gebäuden
    (§ 4 Nr. 12 UStG),
  • Umsätze der Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime und der ambulanten Pflegeeinrichtungen einschließlich der mit dem Betrieb der Einrichtung eng verbundenen Umsätze (§ 4 Nr. 16 UStG),
  • Lieferung von menschlichen Organen, menschlichem Blut und Frauenmilch (§ 4 Nr. 17a UStG),
  • Beförderung von kranken und verletzten Personen mit besonders dafür eingerichteten Fahrzeugen (§ 4 Nr. 17b UStG),
  • Leistungen der amtlich anerkannten Verbände der freien Wohlfahrtspflege, wenn sie unmittelbar dem begünstigten Personenkreis zugute kommen und die verlangten Entgelte hinter den durchschnittlich für gleichartige Leistungen von Erwerbsunternehmen verlangten Entgelten zurückbleiben (§ 4 Nr. 18 UStG),
  • Vorträge, Kurse und andere Veranstaltungen wissenschaftlicher oder belehrender Art, wenn die Einnahmen überwiegend zur Deckung der Kosten verwendet werden (§ 4 Nr. 22a UStG),
  • ehrenamtliche Tätigkeit, wenn das Entgelt dafür nur in Auslagenersatz und einer angemessenen Entschädigung für Zeitversäumnis besteht (§ 4 Nr. 26b UStG).

 

2. Umsatzsteuerermäßigung

 Nach § 12 Abs. 2 Nr. 8 a UStG unterliegen Leistungen gemeinnütziger Einrichtungen grundsätzlich dem ermäßigten Steuersatz (7 %), soweit sie nicht im Rahmen eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes ausgeführt werden.

 

 

Schomerus & Partner

Die Webseite "Recht und Steuern" wird betreut von Schomerus

Wir sind eine Wirtschaftsprüfungs-gesellschaft, die Einrichtungen und Unternehmen unterschiedlicher Größen-ordnung und Rechtsform prüft und in (steuer-) rechtlichen Angelegenheiten berät. Zu unseren Mandanten zählen neben Verbänden, Stiftungen, öffentlichen und gemeinnützigen Unternehmen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen nationale und internationale – vorwiegend mittelständische – Unternehmen aller Rechtsformen aus den unterschiedlichsten Produktions-, Handels- und Dienstleistungsbereichen, private Inhaber größerer Immobilien und Kapitalvermögen sowie Führungskräfte aus dem Leitungsbereich von Großunternehmen.