Triolectique

Hinter diesem schön klingenden Begriff versteckt sich mal wieder Fußball, allerdings in einer interessanten Version: Mit drei Mannschaften. Und zwar gleichzeitig auf dem Platz. Zu deutsch: „Dreiseitiger Fußball“.

Die Idee stammt von dem dänischen Künstler Asger Jorn, und zwar aus dem Jahr 1964. Es sollte eine Demonstration seiner philosophisch-ästhetischen Ideen sein. Der herkömmlichen Dialektik stellte er nämlich die Triolektik entgegen, eine dreiwertige Logik. Bis heute wird „Dreiseitiger Fußball“ als Event bei kulturell-künstlerischen Veranstaltungen gespielt. Oder besser gesagt: aufgeführt. Durch die „Luther-Blissett-Dreiseiten-Fußball-Liga“ etablierte es sich aber zeitweilig in England, Schottland, Italien, Serbien, Polen und Österreich auch mit einem echten Spielbetrieb.

Fußball mit drei Toren auf einem sechseckigen Feld, wie funktioniert das? Gewonnen hat das Team mit den wenigsten Gegentoren, nicht das mit den meisten selbst erzielten. Im Spielverlauf entstehen immer wieder spontane Partnerschaften, je nach dem taktischen Interesse. Der Gegner ist damit nicht nur Gegner, sondern immer auch potenzieller Verbündeter.