Datenschutz

Die Daten der Mitglieder und Mitarbeiter eines Vereins müssen vertraulich behandelt werden, Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit oder sogar als Straftat geahndet. Was muss beachtet werden beim Datenschutz im Verein?

Die rechtliche Grundlage bildet das Bundesdatenschutzgesetz. Es soll dafür sorgen, dass die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen geschützt werden. Vereine dürfen generell Daten speichern und verwenden, wenn es im Sinne des Vereinszwecks geschieht.  Grundsätzlich muss das Mitglied einwilligen und jeder darf erfahren, welche Daten von ihm gespeichert sind und wer sie erhält.

Folgende Daten werden in der Regel von einem Verein gespeichert: Name, Anschrift, Geburtsdatum, Alter, Kontaktdaten und die Funktion im Verein.

Werden die Daten  für den Vereinszweck genutzt und weitergegeben, ist keine explizite Einwilligung des Mitglieds notwendig. Dann kann nämlich davon ausgegangen werden, dass im Interesse des Mitglieds gehandelt wird. Allerdings trägt für jeden Einzelfall der Vorstand die Verantwortung, ob die Datenschutzbestimmungen eingehalten wurden. Ein Beispiel für die Verwendung der Daten ist die Pressearbeit, etwa bei der Veröffentlichung von Sportergebnissen. Auch hier, ebenso wie bei der Verwendung der Daten im Internet, hat das Mitglied immer ein Widerspruchsrecht. Bei Werbezwecken ist es ähnlich: Hierbei dürfen aber nur Name, Anschrift und Geburtsjahr verwendet werden. Von vornherein nicht zulässig ist die Veröffentlichung von Daten, die nicht unmittelbar mit dem Vereinsleben zusammenhängen – etwa der Glückwunsch zum Hochzeitstag am schwarzen Brett der Sporthalle.

Beschlüsse der Mitgliederversammlung stehen selbstverständlich nicht über den Persönlichkeitsrechten. Sie haben also keine rechtliche Wirkung, wenn sie in das Recht des Einzelnen eingreifen.

Ein Datenschutzbeauftragter ist nötig, wenn mehr als neun Personen mit der Verwaltung der Mitgliederdaten beschäftigt sind. Er muss die Mittel zur Bearbeitung und Speicherung der Daten (meist EDV) in Bezug auf die Bestimmungen prüfen und überwachen. Außerdem ist der Datenschutzbeauftragte dafür zuständig, die Personen, die die Daten verwalten, über die Bestimmungen aufzuklären. Für diese Position kann jemand aus dem Verein oder auch von außerhalb bestimmt werden.

Optimal für den Datenschutz in einem Verein ist es, wenn die Richtlinien in der Satzung verankert werden. Jedes neue Mitglied sollte bei der Aufnahme diesen Bestimmungen bewusst zustimmen.