Mitgliederbindung

Langfristige Mitgliedschaften in einem Verein sind heute seltener als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Geforderte Flexibilität und Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, eine Vielzahl an Interessen, Hobbys sowie anderen Freizeitangeboten sind nur einige Gründe für diese Entwicklung. Die Gründe für einen Austritt können aber auch ganz schlicht Unstimmigkeiten und Unzufriedenheit sein. Viele Vereine haben daher mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Dieser Artikel soll einige Anregungen geben, welche Möglichkeiten es gibt, die Mitgliederbindung zu verbessern und somit den Verein lebendig zu gestalten.

Der Verein sollte zunächst einmal seine eigene Situation einschätzen können: Dafür ist die Kommunikation mit den Mitglieder von entscheidender Bedeutung. Man sollte erfragen, warum sie in den Verein eingetreten sind oder warum sie austreten wollen. Nur wenn man die Gründe für einen Austritt kennt, kann man als Verantwortlicher etwas dagegen unternehmen. Was schätzen die Mitglieder am Verein und welche Aspekte beurteilen sie eher negativ? Interessant ist auch zu erfahren, warum Mitglieder, die auch Kritik üben und nicht mit allem zufrieden sind, im Verein bleiben. Auch die Alters- und Sozialstruktur des Vereins, seine allgemeine Situation in der Stadt oder Gemeinde und konkurrierende, ähnliche Angebote sollten in die Analyse mit einbezogen werden.

Aus dieser Analyse sind dann die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen und in die Praxis umzusetzen. Eine Person kann z.B. ständig für die Mitgliederzufriedenheit zuständig sein, und so als Ansprechpartner und Datensammler fungieren. Auch ein Bindeglied zwischen Vorstand und regulären Mitgliedern ist denkbar. Bei massiven Problemen ist auch über eine Anpassung des Vereinsangebotes zu sprechen. Auch dafür ist eine grundlegende Analyse unverzichtbar.

Gleich zu Beginn einer Mitgliedschaft sollte dem Neuankömmling die Möglichkeit geboten werden, selbst an der Gestaltung des Vereins mitwirken zu können. Je intensiver jemand in die Vereinsarbeit integriert wird, desto weniger wahrscheinlich wird ein Vereinsaustritt. Ein Verein sollte zeigen, dass er mehr ist als ein reiner Dienstleister, nämlich im Idealfall eine echte Gemeinschaft, in der jeder mithelfen kann und will. Die Meinung jedes einzelnen Mitgliedes sollte beachtet und nicht einfach abgetan werden. Durch die Verteilung von Verantwortung kann eine emotionale Bindung und Identifikation mit dem Verein entstehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die richtige Informationsvermittlung. Alle Vereinsmitglieder sollten über die Tätigkeiten und Entscheidungen des Vereins informiert sein. Entscheidungen sind nicht einfach über alle Köpfe hinweg zu treffen (obwohl natürlich letztlich der Vorstand die Verantwortung trägt). Ein gutes Beispiel dafür sind Beitragserhöhungen: Der Vorstand sollte seine Entscheidung für eine Erhöhung begründen und kommunizieren. Wird sie einfach verkündet ohne dass sie jemand versteht, kann dies zu Verdruss und letztlich zum Austritt führen. Bei größeren Vereinen bieten sich z.B. Flyer oder sogar eine Vereinszeitung an, um alle Mitglieder auf den neuesten Stand zu bringen.

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