Geschäftsführer

Der Gesetzgeber fordert von den Vereinen nicht, dass sie einen Geschäftsführer haben. Ein Verein kann in seiner Satzung dieses Amt aber vorsehen.

Genauer gesagt: Es muss eine Grundlage in der Satzung für den Posten des Geschäftsführers geben, wenn dieses Amt im Verein ausgeübt werden soll. Hier sollten so genau wie möglich dessen Aufgaben und Kompetenzen beschrieben werden, um spätere Missverständnisse zu vermeiden. Fragen, die u.a. geklärt sein sollten, betreffen die Organstellung des Geschäftsführers, ob er Vertretung des Vereins nach außen ist, wer über seine Einstellung entscheidet etc.

Das Gesetz sieht vor, dass der Vorstand die Geschäfte des Vereins führt. Nur durch die Vereinssatzung kann ein möglicher Geschäftsführer dazu ermächtigt werden. Wie bereits gesagt: Die genaue Ausgestaltung dieses Amtes (wenn es denn vorgesehen ist) liegt allein beim Verein selbst.

Der Geschäftsführer kann zugleich Mitglied des Vorstands sein. Oft wird er dann als „besonderer Vertreter“ des Vorstandes bezeichnet. In diesem Fall ist der Geschäftsführer ein Organ des Vereins – die Haftung für seine Handlungen liegt somit (im Regelfall) beim Verein.

Ein Geschäftsführer kann aber auch reiner Arbeitnehmer des Vereins sein. Er ist also kein Vereinsorgan und steht in einem normalen Arbeitsverhältnis. Zu nennen ist hier der sogenannte „Fremdgeschäftsführer“.

Meist ist ein Geschäftsführer ehrenamtlich tätig, aber auch eine hauptamtliche Tätigkeit ist möglich. Allerdings nur, wenn die Satzung dies explizit erwähnt. Für ein Hauptamt ist eine Rechtsgrundlage (ein schriftlicher Vertrag) nötig. Der Lohn muss angemessen sein – dies wird durch Vergleichswerte ermittelt. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist der Status der Gemeinnützigkeit durch einen hauptamtlichen Geschäftsführer nicht gefährdet.