Bouldern

Bouldern ist Sportklettern ohne Seil und Gurt in Absprunghöhe. Im Freien dienen die namensgebenden Felsen (engl. Boulder) als Ort des Geschehens, aber auch Wände in einer Kletterhalle sind dafür geeignet.

Um das Verletzungsrisiko beim Bouldern zu minimieren, ist oftmals ein sogenannter „Spotter“ anwesend, der dafür sorgt dass der Kletterer bei einem Sturz mit den Füßen zuerst aufkommt und sich so keine Kopfverletzung zuzieht. Außerdem kommt eine Schaumstoffmatte zum Einsatz, die unter den „Boulderer“ gelegt wird und „Crashpad“ genannt wird. Ansonsten ist für Bouldern nur wenig Equipment nötig: Spezielle Kletterschuhe und eine „Chalkbag“ gegen schweißnasse Hände sind aber unerlässlich.

Beim Bouldern ist ein großer Kraftaufwand nötig, da extremere Kletterzüge als beim Klettern nach einer Route das Ziel sind. Der Sportler soll durch diese Herausforderung an seine Grenzen gebracht werden, ohne sich in unkalkulierbare Risiken zu stürzen.

Bouldern wird als Wettkampfsport betrieben. Dabei müssen die Athleten mehrere „Boulderprobleme“ mit möglichst wenigen Versuchen bewältigen. Ein Problem gilt dann als gelöst, wenn sich der Sportler vom Startpunkt aus bis zum „Topgriff“ hochgeklettert hat und diesen zwei Sekunden halten konnte.

Seit den 1990er Jahren hat Bouldern einen großen Aufschwung erlebt. Die Ursprünge liegen aber viel weiter zurück, und zwar um 1900 in Frankreich, wo Kletterer ihre Fertigkeiten an Felsbrocken trainierten. 1947 wurde dann im französischen Wald von Fontainebleau der erste Boulderparcour erfunden. Der amerikanische Geräteturner John Gill entwickelte das Bouldern in den 50er Jahren dann weiter und erhöhte das Top-Niveau. Heute ist Bouldern eine etablierte und beliebte Variante des Klettersports.