Vereinsordnungen

Im Gegensatz zur Satzung eines Vereins, die die allgemeinen Grundentscheidungen regelt, werden in den Vereinsordnungen die Details ausgearbeitet. Die Ordnungen führen also die Bestimmungen der Satzung aus.

Ein Grund, warum Details des Vereinslebens in den Ordnungen geregelt werden sollten, ist die Tatsache, dass Änderungen in den Ordnungen nicht ins Vereinsregister eingetragen werden müssen. Bei der Satzung ist dies aber der Fall, sodass Ordnungsänderungen einfacher, schneller und unkomplizierter zu handhaben sind. Es muss aber folgender Grundsatz beachtet werden: Detailfragen sind aus Gründen der Flexibilität nicht in die Satzung einzubringen, alle Grundfragen müssen aber in der Vereinssatzung geregelt werden.

Für alle Vereinsordnungen ist eine sogenannte Ermächtigungsgrundlage in der Satzung nötig. Nur Ordnungen, die von der Satzung vorgesehen und legitimiert sind, entfalten auch eine Wirkung. Die Ordnungen stehen rechtlich gesehen nämlich unter der Satzung, dürfen ihr also auch nicht widersprechen. Gibt es keine solche Grundlage oder widerspricht die Ordnung einer Satzungsklausel, ist sie nicht bindend.

Beispiele für Vereinsordnungen sind Beitrags-, Jugend-, Verfahrens- oder Benutzungsordnungen. Die Geschäftsordnung hingegen ist keine Vereinsordnung. Sie regelt nur Abläufe innerhalb eines Vereinsgremiums und unterscheidet sich daher von den Vereinsordnungen, die vor allem das Verhältnis zwischen dem Verein und seinen Mitgliedern regelt.

Normalerweise ist die Mitgliederversammlung für den Erlass einer Vereinsordnung zuständig, es sei denn, die Satzung spricht einem anderen Gremium diese Kompetenz zu. Verbindlich wird eine neue Ordnung oder eine Änderung erst, wenn sie den Mitgliedern bekanntgemacht wurde.