Vorbeugen ist besser als heilen

Der Ball im Aus gelandet, zu viele Fehlpässe geschossen, Torchancen vergeigt – läuft das Spiel nicht rund, will ein guter Trainer wissen warum: Gibt es Unklarheiten in der Mannschaftsaufstellung? Sind Positionen falsch besetzt? Ist die Strategie nicht allen klar? Die Antworten kennen heißt das Zusammenspiel verbessern und Eigentore vermeiden – vor dem nächsten Anpfiff!

ANLÄSSE FÜR AUSEINANDERSETZUNGEN
Auch für Konflikte gilt: Viele lassen sich vermeiden, wenn man die Ursachen kennt.

  • Schwierige Arbeitsbedingungen
  • Trainingsräume oder Ausstattung sind unzureichend, man tritt sich gegenseitig auf die Füße, rangelt um Zugang zu Arbeitszeug – ein gutes Miteinander ist schwer möglich.

  • Ungünstige Teamzusammenstellung
  • Menschen, die nicht „miteinander können“, weil sie in Temperament und Arbeitsauffassung sehr verschieden sind, müssen ständig eng zusammen arbeiten.

  • Falsche Spielerposition
  • Teammitglieder werden nicht entsprechend ihren Stärken und Schwächen eingesetzt.

  • Ungerechte Arbeitsverteilung
  • Die einen bekommen immer das, was sie gerne machen, die anderen den Rest.

  • Leistungsunterschiede
  • Nicht jeder schafft das Gleiche. Über- oder Unterforderung sind Konfliktpotenziale erster Güte!

  • Mangelnde Unterstützung
  • Mitarbeiter fühlen sich allein gelassen, werden nicht informiert – Teamgeist ade!

  • Neue Rangordnung
  • Alten Mitarbeitern, denen neue vor die Nase gesetzt werden, sind vor den Kopf gestoßen.

  • Unklare Hierarchien
  • Nicht alle Beteiligten wissen, wer wem was zu sagen hat.

  • Ungleiche Behandlung
  • Sympathie statt nach Qualifikation – schlimmes Foul mit bösen Folgen!

  • Intoleranz
  • Teamchefs oder Kollegen akzeptieren nur eine Art, die Dinge anzugehen und Ziele zu erreichen. Das wird der Realität eines Teams nicht gerecht und setzt „Abweichler“ unter Druck.

  • Fehler in der Teamführung
  • Zu viel Dominanz schüchtert ein, zu wenig Führung macht unsicher. Sind Entscheidungen nicht nachvollziehbar, Bewertungskriterien nicht transparent, fangen Mitarbeiter an zu rebellieren.

 

 

KAPITÄNSPATENT FÜR KONFLIKTVERMEIDUNG
Spätestens der letzte Punkt zeigt: Konflikte entstehen oft durch Führungsfehler. Der Kapitän gibt eben Takt und Richtung vor und sorgt dafür, dass das Boot nicht kentert. Eine große Verantwortung – und eine Riesenchance! Denn als Vorgesetzter können Sie viel tun für eine gute Konfliktkultur.


1. Schaffen Sie ein positives Klima!
Gehen Sie offen und fair mit Ihren Mitarbeitern um und erwarten Sie das gleiche von Ihrem Team: Man kann über alles reden; niemand wird ausgegrenzt. Unterschiede in Leistung, Arbeitsstil und Denkweise sind kein Makel, sondern eine Bereicherung für alle. In einer solchen Atmosphäre finden Feindseligkeiten und Heimlichtuerei keinen Nährboden.

 

Tipp: Anregungen dazu bietet auch die Checkliste Vom internen Miteinander.


2. Führen Sie klar und verlässlich!
Ihre Mitarbeiter brauchen Orientierung und Sicherheit. Präzise Anweisungen, klare Strukturen, nachvollziehbare Entscheidungen – wenn jeder weiß, woran er ist, vermeidet das unnötigen Konfliktstoff.

Tipp: Mehr Informationen finden Sie in der Checkliste Erfolgreich Führen im Verein.


3. Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!
Lob ist die beste Motivation. Ihr Team engagiert sich Tag für Tag, vielleicht sogar ehrenamtlich. Sprechen Sie ihm Ihre Anerkennung aus, so oft und so ehrlich wie möglich! Das fördert eine positive Einstellung zu Arbeit und Team.

Tipp: Viele weitere Anregungen finden Sie im Baustein Dank und Anerkennung und in der Checkliste Motivation für Mitarbeiter .


4. Seien Sie Vorbild!
Gute Konfliktkultur kann man lernen – am besten von den eigenen Vorgesetzten. Ihre Mitarbeiter orientieren sich an Ihnen. Leben Sie ihnen vor, wie Sie sich den Umgang miteinander und mit Problemen vorstellen. Ihr Beispiel wird Schule machen!

 

 

 


Den vollständigen Text können Sie beim DOSB unter ehrenamt-im-sport.de als PDF herunterladen.

 

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