Die Basis – Das persönliche Profil einer Führungskraft

Wer kann Vorstandsmitglied werden?

Grundsätzlich kann jeder, der das siebte Lebensjahr vollendet hat, Vorstand eines Vereins werden. Theoretisch jedenfalls. Praktisch wird nur der Ruderer auch Steuerfrau oder Steuermann werden, der über Erfahrung verfügt. Lediglich das Steuer zu halten, reicht nicht. Viele Vereine haben deshalb in ihrer Satzung Einschränkungen der Vorstandsfähigkeit oder ein Mindestalter festgelegt.


Welche persönlichen Kompetenzen braucht eine Führungskraft?

Erfahrung ist wichtig – aber nicht immer die alles entscheidende Stärke. Denn sie bringt auch eine Gefahr mit sich, dass nämlich immer dieselben das Boot steuern. Manchmal brauchen nicht nur Ruderer frischen Wind. Ein neuer Kandidat braucht dann einen Vertrauensvorschuss. Schließlich haben auch Vorstandsmitglieder mal klein angefangen. Im Laufe der Zeit wachsen auch die persönlichen Kompetenzen.

 

Leistungsbereitschaft

Leistungsbereitschaft ist sicherlich unverzichtbar. Das gilt für den langjährigen Vorsitzenden genau so wie für den Newcomer. Dynamische Sportvereine erwarten von den etablierten Führungskräften, dass sie sich nicht auf vergangenen Erfolgen ausruhen, von den neuen Verantwortlichen, dass sie die Verantwortung engagiert annehmen.

 

Motivationsstärke

Mitarbeiter zu motivieren, gehört zur Hohen Schule des Führens – und ist unverzichtbar. Manche Menschen können es von selbst. Aber jeder kann es lernen. Wenn Sie Ihre Ziele und die Wegstrecke transparent machen, wenn Sie Chancen anschaulich machen und wenn Sie den Dialog nicht abreißen lassen, dann entsteht Motivation fast von selbst.

 

Autorität

Fingerspitzengefühl einerseits und Durchsetzungsfähigkeit andererseits – die Balance zu halten ist oft ein Drahtseilakt. Sie gelingt nur, wenn Führungskräfte Intuition und Autorität mitbringen. Sie brauchen ein Gespür für Stimmungen. Aber sollten sie jedem wechselnden Wind nachgeben? Nur wenn sie sich auch bei stürmischem Wetter durchzusetzen vermögen, halten sie das Boot auf Kurs.

 

 

Standhaftigkeit

Die Vereinsführung ist ihren Mitgliedern verpflichtet. Ohne ein gutes Verhältnis zu ihnen kommt sie gar nicht erst ins Amt. Was aber, wenn unbequeme Entscheidungen anstehen, die auf wenig Begeisterung treffen? Wenn der Blick ins Kassenbuch Sparmaßnahmen oder die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge fordert? Wenn die objektiven Vereinsinteressen und die subjektiven Erwartungen der Mitglieder auseinander fallen? Natürlich werden Sie die Mitglieder, so gut es geht, ins Boot holen. Aber nicht immer gelingt das vollständig. Dann gilt es eine Entscheidung zu treffen: Setzen Sie sich auch gegen Widerstände durch, weil Sie von der Notwendigkeit überzeugt sind? Das erfordert Standhaftigkeit. Aber auch die dürfen sich Ihre Mitglieder von Ihnen erhoffen – selbst wenn sie im Einzelfall über deren Konsequenzen weniger glücklich sind. Das sind nur einige wichtige Vorrausetzungen, die eine Führungskraft erfüllen sollte. Weitere Merkmale finden Sie in der Checkliste "Wie werde ich eingeschätzt und wie schätze ich mich selbst ein?" .

 

 

Welche sachliche Kompetenz braucht eine Führungskraft?

Welche sachlichen Kompetenzen eine Führungskraft im Sportverein mitbringen sollte? Das hängt natürlich vom Aufgabenbereich und den Vereinszielen ab. Um zu prüfen, ob Sie als Wähler den geeigneten Kandidaten im Visier haben und ob Sie als Kandidat das nötige Können mitbringen, sollten Sie Aufgabenprofil und Know-how miteinander abgleichen. Denken Sie dabei vor allem an folgende Kernkompetenzen:

 

• Fachkompetenz: fachlich versiert, erfahren in der Anwendung

• intellektuelle Kompetenz: Problembewusstsein, konzeptionelles Denken

• unternehmerische Kompetenz: Zielorientierung, Organisationsvermögen

 

Lesen Sie mehr zum nötigen Know-how einer Führungskraft in der Checkliste "Vereinsführung – Welche Kompetenzen benötigt ein Vorstandsmitglied?" .

 

Hoher Anspruch an Führungskräfte

Mitglieder erwarten, dass der Vorstand die Vereinsinteressen nach außen vertritt und durchsetzt. Sie rechnen mit Durchsetzungsfähigkeit, Glaubwürdigkeit, Sachverstand und Überzeugungskraft. Und natürlich soll er ein Mensch sein! Ein Kumpel, der stets ein offenes Ohr hat. Ein Kollege, der seine Mitarbeiter und Mitglieder schätzt. Kurzum also der perfekte Mensch! Aber wer ist schon perfekt? Ist der Anspruch der Mitglieder also ungerechtfertigt? Ja und nein. Absolute Perfektion zu verlangen, ist unrealistisch und unmenschlich. Die Erwartung, dass die Führungsriege ihr Bestes gibt, aber sicherlich legitim.

 

Den vollständigen Text können Sie beim DOSB unter ehrenamt-im-sport.de als PDF herunterladen.

 

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